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Mitgliederversammlung von HESSENMETALL Mittelhessen:

Abschluss 2010 ist eine hervorragende Werbung für den Tarifvertrag // Zeitarbeit bietet Chancen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber // Auch Arbeitsgerichte dürfen bei der Haushaltskonsolidierung kein Tabu sein

22.04.2010
Gestern fand in Weilburg die diesjährige Mitgliederversammlung des mittelhessischen Verbandes der Metall- und Elektro-Unternehmen statt. Zentrale Themen waren der neu abgeschlossene Tarifvertrag „Zukunft in Arbeit“, die aktuelle Diskussion über Zeitarbeit und die geplante Zusammenlegung der mittelhessischen Arbeitsgerichte.
„Abschluss 2010 ist eine hervorragende Werbung für den Tarifvertrag“

Der Vorsitzende der Bezirksgruppe Mittelhessen, Alexander Trier, zeigte sich vor den versammelten Mitgliedern zufrieden mit den Ergebnissen der diesjährigen Tarifverhandlungen. Die inhaltlichen Eckpunkte, bestehend aus zwei Einmalzahlungen 2010, einer 2,7 prozentigen Tariferhöhung 2011 und der in Krisenzeiten wichtigen Beschäftigungssicherung sind für die Arbeitgeber akzeptabel. Als besonders hilfreich für die Unternehmen sind vor dem Hintergrund der Krise sowohl die Entlastungen bei der Kurzarbeit, als auch die Gesamtlaufzeit von 23 Monaten. „Gerade diese Laufzeit bringt den Betrieben eine extrem wichtige Planungssicherheit,“ erklärte Trier.

Auch die Art und Weise, wie das Ergebnis zustande kam stellte Trier heraus: „ Erstens wurden die Verhandlungen weitgehend ohne öffentliche und medienwirksame Konfrontation geführt. Stattdessen haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften ruhig zu Gesprächen zurückgezogen und abschließend die Ergebnisse präsentiert. Zweitens wurde ein Kompromiss zwischen den Forderungen beider Seiten gefunden, der als pragmatische Lösung in schwierigen Zeiten zeigt, dass die Sozialpartner ihrer Verantwortung gerecht geworden sind.“


„Zeitarbeit bietet Chancen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber“

Die aktuelle Stigmatisierung der Zeitarbeit war ebenfalls ein Gesprächsthema. Gerade die mittelhessischen Metall- und Elektrounternehmen haben erfolgreiche Geschichten zum Thema Zeitarbeit zu berichten. Umso unverständlicher erscheint hier die aktuelle Diskussion in Medien und Politik bei der vom Fehlverhalten einzelner Unternehmer auf den generellen Umgang mit Zeitarbeitern geschlossen wird.
„Eine ganze Branche an den Pranger zu stellen ist immer gefährlich, so Trier. „In volatilen Zeiten wird kein verantwortungsvoller Unternehmer im großen Stil unbefristetes Personal einstellen. Hier bietet aber dann die Zeitarbeit Chancen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.“ Die Fakten bestätigen dies: 15 Prozent der Zeitarbeiter waren vorher über ein Jahr ohne Arbeit, 7% gingen vorher noch nie einer Beschäftigung nach. Zudem darf nicht übersehen werden, dass über die Hälfte der Zeitarbeitnehmer auch nach Ende ihres Vertrages mit der Zeitarbeitsfirma weiterhin in Lohn und Brot stehen


„Auch Arbeitsgerichte dürfen bei der Haushaltskonsolidierung kein Tabu sein“

Ein weiteres brandaktuelles Thema nahm Trier auf: Die Zusammenlegung der mittelhessischen Arbeitsgerichte. Hier wurde Trier sehr deutlich: „Die Konsolidierung des Landeshaushaltes ist eine gute und vor allem unterstützenswerte Sache – auch wenn die Arbeitsgerichtsbarkeit als eines unserer wichtigsten Betätigungsfelder von den Einsparungen betroffen ist.“ Wenn durch die Zusammenlegung von Gerichten, wie beim Beispiel Limburg, Sachkosten eingespart werden können, sei dies ein Schritt in die richtige Richtung, wenn man im Gegenzug die ortsnahe Rechtssprechung durch die Errichtung von Gerichtstagen bei räumlich entfernten Arbeitsgerichten realisieren würde. Trier betonte aber auch nachdrücklich, dass Personalreduzierungen an den Gerichten von ihm und den Verbänden auf keinen Fall mitgetragen werden könnten.


„Die Zukunft der hessischen Industrie aus Sicht der Landesregierung“

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung verdeutlichte der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch an aktuellen Projekten aus seinem Ressort, die zukünftigen wirtschaftlichen Herausforderungen in Hessen. Hier nannte er Felder wie den Wiederaufbau nach der Krise, die Überwindung des Fachkräftemangels und die Konsolidierung des hessischen Haushaltes. Bei der Lösung vertraue er neben den Kräften der sozialen Marktwirtschaft und der zielgerichteten Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik vor allem auf den starken industriellen Kern in Hessen. Gerade die Region Mittelhessen mit ihrer starken M+E Industrie sei hier ein positives Beispiel. Auch für die aktuelle Diskussion um die im internationalen Wettbewerb viel zu hohen Energiepreise zeigte er Verständnis und versprach sowohl, dass ein breiter Energiemix beibehalten, als auch eine Senkung des staatlichen Anteils der Energiekosten (aktuell 40%) angestrebt werden soll.


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