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HessenTransfer – Vorteile des Transfergedankens auch für kleine und mittlere Betriebe nutzen

24.03.2010
Trotz der Wirtschaftskrise mit einem Wirtschaftsrückgang von 5 % beim BIP im Jahr 2009 halten die Unternehmen weitgehend an ihren Arbeitnehmern fest. Handfester Grund der Unternehmen, gewaltige finanzielle Lasten für die Beschäftigungssicherung zu tragen, ist der immer stärker spürbare Fachkräftemangel. Die gehaltenen Fachkräfte erleichtern den Unternehmen das Durchstarten im Aufschwung und ersparen eine langwierige und kostenintensive Suche nach Fachkräften mit ungewissem Ausgang.
Jedoch kann gerade auch bei kleinen und mittleren Unternehmen im Rahmen der Beschäfti-gungssicherung der Fall eintreten, dass eine Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter trotz Kurzarbeit wirtschaftlich nicht mehr zu vertreten ist. Genau dort setzt HessenTransfer an, ein Unterstützungsangebot des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU). Hierbei werden Möglichkeiten angeboten, wie ein unvermeidlicher Personalabbau für die Arbeitnehmer mit einer Perspektive auf neue Beschäftigung verbunden und für das Unternehmen kalkulierbar gestaltet werden kann.

Dr. Dirk Hohn, Geschäftsführer der VhU Mittelhessen beschreibt das Konzept so: „Der Transfergedanke, also die Unterstützung von Arbeitnehmern nach dem Verlust des alten Arbeitsplatzes bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung durch Orientierungshilfen, Qualifikationen und finanzielle Unterstützung ist keineswegs neu. Neu ist jedoch, dass die hessischen Sozialpartner in der Krise dies gemeinsam auch für kleine und mittlere Unternehmen ermöglichen wollen. Das Verfahren verursacht ausschließlich kalkulierbare Kosten in der Durchführung und kann selbst für einen einzelnen betroffenen Mitarbeiter lohnen.“
 
Ernst Richter, Regionsvorsitzender des DGB für Mittelhessen sieht ebenfalls Potentiale: „Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist eine Transfergesellschaft dann eine gute Chance auf eine Anschlussbeschäftigung, wenn der Verlust der bisherigen Anstellung unausweichlich erscheint und ansonsten der Weg in die Arbeitslosigkeit übrigbleiben würde.“

Auch Wolfgang Schuster, Landrat des Lahn-Dill–Kreises ist überzeugt: „"Hessen-Transfer" bietet gerade für kleinere und mittlere Unternehmen bis zu 150 Beschäftigten die Möglichkeit, drohenden Beschäftigungsverlust zu verhindern und die Phase der Kurzarbeit durch Qualifizierungsmaßnahmen zu verlängern.“
Sein Landkreis unterstützt die Idee von HessenTransfer in Mittelhessen ebenso, wie die Agentur für Arbeit in Wetzlar, die auch Fachleute zur Beratung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zur Verfügung stellt.
Angelika Berbuir, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur erklärt die Vorteile der Kooperation: „Nicht nur Betriebe stehen in einem Wettbewerb um qualifiziertes Personal. Auch die Wirtschaftsregionen wetteifern untereinander um Fachkräfte. Insofern sind die Arbeitgeber an Lahn und Dill gut beraten, kluge Kooperationen einzugehen, um die erforderlichen Qualifikationen in der Region zu halten.“

Eine erste Informationsveranstaltung für interessierte mittelhessische Unternehmen wurde von den Partnern bereits erfolgreich durchgeführt. Während die sozialrechtlichen Aspekte durch die Arbeitsagentur erläutert wurden, verdeutlichte die VhU die unternehmerischen Aspekte. Mit Weitblick und Consult zeigten die Personaldienstleister des DGB bzw. der VhU Möglichkeiten auf, wie die Zielgruppe der kleinen und mittleren Unternehmen in der Praxis die Idee einer Transferge-sellschaft umsetzen könnte.

Über die Informationsveranstaltungen hinaus ist ein gemeinsamer Internetauftritt der Sozialpartner zu HessenTransfer in Vorbereitung.

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