Wetzlar. „Der Tarifabschluss in der nordrheinwestfälischen
Metall- und Elektroindustrie zeigt die Handlungsfähigkeit
verantwortungsvoll agierender Tarifvertragsparteien“, sagt Alexander
Trier, Vorstandsvorsitzender der mittelhessischen Bezirksgruppe des
Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL. „ Er ist ein Erfolg, weil er den
Arbeitgebern die nötige Planungssicherheit bis März 2012 gibt. Er ist
aber auch ein Erfolg für die Mitarbeiter, weil diesen mit dem Beitrag
zur Beschäftigungssicherung ein Teil der aktuellen Angst vor der Zukunft
genommen werden kann.“

Gerade hier in Mittelhessen,
geprägt von der optischen Industrie und Betrieben der
Automobilzulieferer, wurde die schnelle und besonnene Einigung sehr
aufmerksam zur Kenntnis genommen. „In Zeiten von Kurzarbeit ist jedes
Signal, dass die Weichen auf eine gemeinsame Zukunft stellt eine
Erleichterung“, so Trier.
Bei Betrachtung der nüchternen Zahlen wird
deutlich, dass jede Unterstützung willkommen ist: Aktuell liegt der
Auftragseinbruch bei den regionalen M+E Unternehmen immer noch bei fast
30 % und immer noch sind „nur“ etwa 3,5 % der Arbeitsplätze weggefallen.
Die Betriebe haben die bestehenden Möglichkeiten zur
Beschäftigungs-sicherung trotz der damit verbundenen Kosten genutzt.
Hier wurde verantwortungsvolles Handeln in schwierigen Zeiten
demonstriert.
Die Unternehmen haben nun nach den Vorgaben des
Pilotabschlusses für 25 Monate weitere Optionen zur
Beschäftigungssicherung. Die vereinbarten Lösungen zur Absenkung der
Arbeitszeit stellen zudem eine geeignete Alternative zur gesetzlichen
Kurzarbeit dar. Dies hilft bei der Überwindung der Krise genauso, wie
der vereinbarte Aufschub bei der linearen Entgelterhöhung bis zum April
nächsten Jahres.
„Ein Abschluss zwei Monate vor Ablauf der geltenden
Tarifverträge zeigt vor allem eines: Arbeitgeber und Gewerkschaften sind
ihrer gesamtwirtschaftlichen Verantwortung gerecht geworden. Hier ist
die Tarifautonomie in jedem Fall gestärkt worden“, resümierte Trier.
Trier
hofft nun, dass die Politik bei der Erstattung der
Sozialversicherungsbeiträge im Rahmen von Kurzarbeit über 2010 hinaus,
auch einen Beitrag leistet, um Fachkräfte gerade bei fehlender
Auslastung noch in den Unternehmen belassen zu können.