08.Oktober 2009
M+E Forum 2009
Wir alle kennen die Medienberichte über ausufernde Managergehälter, Korruption und Luxusreisen von Managern, die seitens der Gesellschaft mit Begriffen wie Abzockerei, Gier oder Gewissenlosigkeit in der Unternehmensführung sanktioniert werden.
Das gängige Urteil lautet: Schuldig im Namen der Moral!
Gerade in den letzten Monaten häufen sich die Kritiken an der sogenannten Maßlosigkeit der Wirtschaft. Die Kluft zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit wird täglich größer und konstruiert in den Köpfen der Menschen ein einseitiges Bild von Wirtschaft und Unternehmensführung, das alles andere als verantwortungsvoll ist.
Gleichzeitig wurden die Verflechtungen auf den internationalen Kapital- und Aktienmärkten immer komplexer und undurchsichtiger. Anlass genug, die Geburt von Standards guter, verantwortungsvoller und vor allem transparenter Unternehmensführung - dem Corporate Governance Kodex – einzuleiten. Dieser Kodex soll der Führung und Kontrolle von Unternehmen und Unternehmungen unter sozialen, gewerblichen und finanziellen Gesichtspunkten einen Rahmen geben.
Soweit die Theorie.
Was aber steckt konkret hinter dem Begriff Corporate Governance? Inwieweit ist er verbindlich und wer bestimmt die „Spielregeln“? Bringt ein Kodex Transparenz oder stiftet er eher Unruhe? Wie wird mit der emotional-moralischen Dimension umgegangen? Wer kontrolliert wen und wie gestalten sich mögliche Sanktionen, wenn der Kodex nicht eingehalten wird?
Der Rücken, auf dem diese Diskussion häufig ausgetragen wird, heißt Mittelstand. Die grundlegende Wertediskussion gerät aus den Fugen und wird mehr und mehr zu einer Glaubwürdigkeitsdiskussion. Kein Wunder also, dass wir nicht nur in einer Wirtschaftskrise, sondern auch in einer Vertrauenskrise stecken.
Wir möchten mit Ihnen gemeinsam die Vielschichtigkeit des Themas „Corporate Governance“ diskutieren und haben unser diesjähriges M+E-Forum unter den Titel
Corporate Governance: Regelwerk oder moralischer Zeigefinger?
gestellt.