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Was hat ein Motorschalter mit einem Erdbeer-Joghurt zu tun?

Rechtenbacher Erstklässler bekommen Besuch von einer echten Ingenieurin

14.09.2010
Wetzlar/Hüttenberg. Der Arbeitgeberverband HESSENMETALL stellte heute gemeinsam mit Vertreterinnen der Firma SCHUNK aus Heuchelheim in der Rechtenbacher Grundschule den Schülern der ersten Klassen ein ganz besonderes Buch vor. In dem kleinen Pixi-Buch mit dem Titel „Meine Freundin, die ist Ingenieurin“ erklärt Elektroingenieurin Julia ihrer Nichte, wie ein Arbeitstag in ihrem Unternehmen aussieht. Die Schülerinnen und Schüler staunten nicht schlecht, dass ihnen das kleine Büchlein von einer waschechten Ingenieurin vorgelesen und überreicht wurde.
Gespannt saßen die 50 Jungen und Mädchen in der einladenden Atmosphäre der Schulbibliothek im Halbkreis um Karin Merte und Birgit Weiner herum, die Ihnen aus dem Buch vorlasen. Ausgehend von der Frage „Was hat ein Motorschalter mit einem Erdbeer-Joghurt zu tun?“ erfuhren die Kinder verschiedene Aspekte des Ingenieurberufs. Merte, Leiterin Konzernmanagement der Schunk-Gruppe, und Diplom-Ingenieurin Weiner, Produktmanagerin bei der Schunk Kohlenstofftechnik GmbH, waren sichtlich begeistert, wie interessiert die frischgebackenen Schulkinder die Geschichte verfolgten. Auch von der Möglichkeit, Fragen an die beiden Expertinnen zu stellen, machten die Zuhörer reichlich Gebrauch. Als schließlich jedes Kind ein Exemplar des Pixi-Buches geschenkt bekam, war die Freude groß.

Dietmar Schreier, Schulleiter der Rechtenbacher Grundschule war mit dem Ablauf der Veranstaltung zufrieden: „Wir haben für unsere Schule schon lange erkannt, dass Berufsorientierung und das Wecken von Interessen nicht erst kurz vor dem Schulabschluss beginnen kann. Wenn die Freude an Naturwissenschaften bereits in jungen Jahren geweckt werden kann, entstehen die Schwierigkeiten in Fächer wie Mathematik, Physik und Chemie erst gar nicht. Aus diesem Grund bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern immer wieder Projekte und AGs zu technischen und naturwissenschaftlichen Themen an.“

Karin Merte stellte das Potential von Mädchen und jungen Frauen aus Sicht der Schunk-Gruppe dar: „Unsere Erfahrung zeigt, dass auch Mädchen für technische Berufe sehr gut geeignet sind und durchaus mit ihren männlichen Kollegen mithalten können und häufig sogar bessere Leistungen als die Jungen erzielen. Wichtig ist, dass die traditionellen Rollenbilder aufgeweicht und junge Frauen verstärkt für naturwissenschaftliche Ausbildungen und Studien interessiert werden. Ingenieurin, Technikerin oder Mechatronikerin sind sehr wohl attraktive Berufsziele für Frauen.“
Birgit Weiner, die selbst Werkstofftechnik und Wirtschaftsingenieurwesen studiert hat und seit sechs Jahren bei Schunk für die Produktgruppe Kohlegleitlager verantwortlich ist, ergänzte: „Die größte Herausforderung ist es, das Schubladendenken zu beenden. Typische Frauenberufe und typische Männerberufe müssen die Ausnahme sein. Hier kann ein Umdenken aber nur durch passende Vorbilder erreicht werden, die den jungen Frauen aufzeigen, dass eine Karriere in einem technischem Beruf die richtige Entscheidung sein kann.“


Sascha Drechsel, Bereichsleiter für Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Wetzlarer Bezirksgruppe des Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL, erläuterte, warum er gerade ein solches Pixi-Buch für wichtig hält: „Der bereits erkennbare Fachkräftemangel in Deutschland trifft die Metall- und Elektrobranche besonders hart. Trotz guten Arbeitsbedingungen und überdurchschnittlicher Vergütung finden die Unternehmen immer seltener junge Menschen, die Interesse an einer Zukunft als Ingenieur und Techniker haben. Hier kann auch ein kleines Buch als Baustein dienen, um versteckte Talente und die Freude an Naturwissenschaften bereits frühzeitig zu wecken und um gerade auch bei jungen Frauen die technischen Berufe in die Fokus zu stellen.

Die verstärkte Orientierung zu technischen Berufen findet später in der Sekundarstufe I statt. Deswegen konnte ein weiteres Beispiel für die umfassende Suche der Metall- und Elektrobranche nach geeigneten Fachkräften zeitgleich auf dem benachbarten Hof der Gesamtschule Schwingbachtal besucht werden. Das Infomobil der M+E Industrie machte dort gestern ebenfalls Station. Der 17m lange Gelenkbus enthält Multimediaterminals, CNC-Werkzeugmaschinen und CAD-Systeme, sowie weitere Technik-Exponate, um den Besuchern praktische Beispiele zu Berufen aus dem Metall- und Elektrobereich zu geben.


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