Unsachlichkeit ist keine Lösung
Mittelhessische Metallarbeitgeber kritisieren „Lohnsklavenversteigerung“ der IG Metall
07.10.2010
Giessen/Wetzlar. Der Geschäftsführer der mittelhessischen Bezirksgruppe des Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL Dr. Dirk Hohn übt scharfe Kritik an der geplanten Aktion der IG Metall Mittelhessen gegen Zeitarbeit. Nach dem positiven Tarifabschluss zu Beginn des Jahres und dem sozialpartnerschaftlichen Handeln in der Krise würden nun wieder Töne angeschlagen, die nur auf das Erregen von Aufmerksamkeit und nicht auf die Suche nach brauchbaren Lösungen gerichtet sind.
Im Rahmen ihres Programms „Gerecht muss es zugeh`n“ will die IG Metall Mittelhessen ihre Themen in die Öffentlichkeit bringen. Was aber nun für den heutigen 07. Oktober 2010 geplant wird, verstößt doch gegen die guten Sitten zwischen Sozialpartnern. Im Rahmen des Aktionstages gegen die Zeitarbeit soll mit einer „Lohnsklavenversteigerung“ Aufmerksamkeit erregt werden. Verwundert stellt der regionale Arbeitgeberverband fest, dass hier offensichtlich unpassende und geschmacklose Vergleiche zu den menschenunwürdigen Zuständen der Sklaven im Römischen Reich gezogen werden sollen.
Dirk Hohn, Geschäftsführer der mittelhessischen Bezirksgruppe von HESSENMETALL wird hier deutlich: „Gerade vor dem positiven Gesprächsklima zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in den vergangenen Monaten sind wir über diesen bewussten Tabubruch doch verärgert. Statt einer gepflegten verbalen Auseinandersetzung, wie Sie beispielsweise IG Metall Chef Berthold Huber am Anfang der Woche in einem Interview demonstriert hat, wird hier versucht durch unschöne Aktionen die Bevölkerung anzusprechen. Wir hoffen, dass die Gewerkschaft schnell erkennt, dass durch einen guten Dialog immer mehr zu erreichen ist, als durch populistische Aktionen.“
Unverständnis verursacht auch die Tatsache, dass die Rahmenbedingungen in der Zeitarbeitsbranche aufgrund der dort herrschenden 95-prozentigen Tarifabdeckung maßgeblich durch die dort agierenden Gewerkschaften mitgetragen werden. Hier ergänzt Hohn: „Natürlich ist es die Aufgabe der Gewerkschaften, auf schlechte Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Kritisieren diese Arbeitnehmervertreter jedoch tarifliche Absprachen, wird schnell vergessen, dass sie selbst an der Schaffung der Bedingungen beteiligt waren.“
Zumindest in einem Punkt herrscht laut Hohn aber Einigkeit: „Auswüchse bei der Zeitarbeit, wie Sie eine Drogerie-Kette praktizierte, sind auch für unseren Verband inakzeptabel.“
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