Nachhaltige Integration erzeugt hochwertige Produkte
Mittelhessische Metallarbeitgeber besuchen Werkstätten der Lebenshilfe
14.10.2010
Giessen. Die mittelhessische Bezirksgruppe des Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL nutzte die Gelegenheit, im Rahmen der aktuellen Sitzung ihres Mitgliederrates die Werkstätten der Lebenshilfe Gießen im Erdkauter Weg zu besuchen. Schnell wurde bei der Besichtigung klar, dass die dortige Arbeit der 160 Mitarbeiter mit psychischer Erkrankung auch für Metall- und Elektrounternehmen eine interessante Option sein könnte, um einen Beitrag zum Thema Integration zu leisten.
Die Führung durch die verschiedenen Abteilungen machte den Unternehmern deutlich, wie vielfältig die Arbeitsfelder der Werkstätten sind. Von Schreinerei über Siebdruck, Verpackung, Hauswirtschaft bis hin zur Industriemontage reichen die Betätigungsfelder, die Werkstattleiter Sebastian Ziegler den Besuchern vorstellte. Einige Teilnehmer der Sitzung des Verbandes sind schon länger Geschäftspartner der Lebenshilfe. Betriebe wie beispielsweise die Schunk-Gruppe oder TB&C Outsert Center nutzen die Angebote der Werkstätten bereits seit geraumer Zeit. So stellte Manfred Müller, Geschäftsführer der Emhart Teknologies Tucker GmbH, an seinem Unternehmen die Vorteile einer Kooperation mit der Lebenshilfe für sein technologieorientiertes Unternehmen dar.
Um hier weitere Pionierarbeit zu leisten, hatte der Verband in Absprache mit der Aufsichtsratsvorsitzenden der Lebenshilfe, Frau Maren Müller-Erichsen, seine Sitzung an den besonderen Ort verlegt. Alexander Trier, Vorsitzender der mittelhessischen Bezirksgruppe erläuterte sein Anliegen: „Da einige Mitglieder unserer Bezirksgruppe bereits sehr gute Erfahrung mit der professionellen Arbeit hier in den Werkstätten gemacht haben, wollten wir den heutigen Besuch nutzen, um weiteren Unternehmern die Fähigkeiten der Mitarbeiter vor Ort zu zeigen. Wir haben hier überzeugend demonstriert bekommen, dass auch Betriebe mit High-Tech-Produkten mit großem Erfolg auf die Angebote der Lebenshilfe-Mitarbeiter zurückgreifen können.“
Maren Müller-Erichsen ergänzte: „Wir freuen uns, dass regional führende Unternehmen die Gelegenheit nutzen, um sich über unsere Produkte und Dienstleistungen zu informieren. Eine Vielzahl der Betriebe ist sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Neben einer Beschäftigung in den Betrieben selbst können Unternehmen durch die Beauftragung unserer Lebenshilfe-Werkstätten weitere Anstrengungen zur erfolgreichen Integration von Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung leisten.“
Aus Sicht der Arbeitgeber ist Integration nur mit einem ganzheitlichen Ansatz erfolgreich, bei dem Berufsleben, Sport, Kultur und Bildung eine Rolle spielen müssen. Aufgrund der Tatsache, dass eine berufliche Tätigkeit regelmäßig stattfindet und im Regelfall auch mehrere Stunden am Tag in Anspruch nimmt, schafft erfolgreiche berufliche Integration die größte Nachhaltigkeit.
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