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Mittelhessische Metallarbeitgeber veröffentlichen Umfrageergebnisse

„Blick der mittelhessischen M+E Branche geht nach vorne // Maßvolle Personalpolitik in der Krise erweist sich als Erfolgsfaktor // Unterstützung der Politik bei der Eindämmung der hohen Energiekosten gefordert“

02.12.2010
V.l.n.r. Fritz Georg Rincker, Stefan Weber. Dr. Jörg Fischer, Alexander Trier, Peter Müller, Dr. Dirk HohnDie schweren Monate der Wirtschaftskrise liegen hinter uns und auch in der Metall- und Elektrobranche geht der Blick nach vorne. Viele Kennzahlen verdeutlichen diesen positiven Trend, aber noch ist nicht alles wieder gut. Fest steht aber in jedem Fall schon, dass die Betriebe, die in der Krise nur maßvoll zum personellen Rotstift gegriffen haben, mit einem ordentlichen Vorteil in das Rennen um den Aufschwung gehen.“
Dies erklärte der Vorsitzende der Bezirksgruppe Mittelhessen des Verbandes der hessischen Metall- und Elektro-Unternehmen, Alexander Trier (Siemens AG, Wetzlar), am 01. Dezember 2010 in den Räumlichkeiten der Firma Duktus Rohrsysteme Wetzlar anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse der diesjährigen Befragung der Mitgliedsunternehmen der Bezirksgruppe zu Konjunktur und Beschäftigung.

Trier erklärte weiter:„Gemeinsam mit der Politik und unseren Arbeitnehmern müssen wir nun den Trend nach oben gestalten, aber auch das gute Konjunkturklima schützen. Vor allem die hohen Energiepreise wirken sich immer mehr zu einem massiven Wettbewerbsnachteil aus. Hier sehen wir politischen Handlungsbedarf.“

Alexander Trier, Vorsitzender der Betriebsleitung und Leiter der Siemens-Geschäftsstelle Wetzlar: „Wirtschaftliche Lage verbessert sich endlich wieder – Stimmung in der M+E Industrie hellt sich auf“

„Heute sprechen wieder 59,8% von einer guten bis sehr guten Geschäftslage in ihren Unternehmen. Zu Ihrer Erinnerung: Im Herbst 2009 trafen gerade einmal 10 % unserer Betriebe diese Einschätzung. Auch die Prognose für die kommenden sechs Monate macht Mut, denn bei 98,7% aller befragten Mitgliedsunternehmen wird von einer stabilen oder weiter ansteigenden Geschäftsentwicklung ausgegangen.“

„Der Trend in unseren Betrieben geht endlich wieder nach oben“, so Trier abschließend, „wir stehen nun vor der großen Herausforderung, die heimische Wirtschaft auf die Zukunft auszurichten.“

Fritz Georg Rincker, Geschäftsführender Gesellschafter der Glocken- und Kunstgießerei Rincker GmbH & Co, Sinn: „Auftragseingänge stabilisieren sich langsam – Vorkrisenniveau aber noch lange nicht wieder überall erreicht“

„Zum Glück hat sich das Bild bei den Aufträgen stark gewandelt: Vor einem Jahr bereiteten uns die Auftragseingänge große Sorgen, da 56,5% der Betriebe nur über unzureichende Bestellungen verfügten. Heute geben 58,4% unserer Mitglieder ausreichende und 24,7% sogar verhältnismäßig große Auftragseingänge an,“ erklärte Rincker.

„Auch der Blick ins kommende Frühjahr 2011 macht Hoffnung. Nur 5,2% der Betrieb befürchtet einen Auftragsrückgang, stattdessen hoffen fast 40% auf einen weiteren Anstieg.“

Peter Müller, Kaufmännischer Geschäftsführer der Isabellenhütte Heusler GmbH KG, Dillenburg: „Umsatzentwicklung steigt endlich wieder an – Erträge hinken den Umsätzen weiter hinterher“

„Vergleichen wir den aktuellen Stand in den Betrieben mit dem Umsatz vom Frühjahr 2010, so gaben uns über 75,3 % der befragten Unternehmen einen Anstieg der wertmäßigen Umsätze in ihren Unternehmen an. Gerade einmal 3,9% unserer befragten Betriebe beklagten gefallene Umsätze. In den nächsten Wochen und Monaten schwächt sich der starke Anstieg leicht ab, wobei immer noch 44,2 einen weiteren Umsatzanstieg prognostizieren.“

Müller erläuterte weiter: „Beim Ertrag zeigt sich auf den ersten Blick ein ähnliches Bild. Während 2009 auch hier die Erwartungen sehr stark im negativen Bereich lagen, freuten sich über 50 % unserer Betriebe für die vergangenen 6 Monate über steigende Erträge. Bei genauerem Hinsehen machen die Zahlen aber auch deutlich, dass trotz der stark gestiegenen Umsätze die Erträge sich weit langsamer erholen. Es wäre also verfrüht, bereits jetzt von einer kompletten wirtschaftlichen Erholung nach der einschneidenden Krise zu sprechen.“

Dr. Jörg Fischer, Arbeitsdirektor und Geschäftsführer der Bosch Thermotechnik GmbH, Wetzlar: „Unternehmen investieren wieder stärker in die Zukunft – Exporte als Wachstumsmotor“

„Nach den schwerwiegenden Investitionseinbrüchen 2009 gaben im Rückblick auf das Frühjahr diesen Jahres 26 % der Betriebe an, dass ihre Investitionen inzwischen wieder angestiegen seien. Erfreulicherweise steigt diese Zahl dann in der Vorhersage für die Zeit bis zum Frühjahr 2011 auf über 40% an. Als klares Indiz für eine auf Zukunftsfähigkeit ausgerichtete Investitionspolitik lässt sich der Umstand werten, dass sich nicht nur die beschäftigungswirksamen Erweiterungsinvestitionen mehr als verdoppelt haben, sondern auch die Investition in die Qualifikation der Mitarbeiter weiter auf einem hohen Niveau verbleibt.

72 von 77 mittelhessischen M+E-Unternehmen exportieren ins Ausland – das sind weit über 90 Prozent“, so Fischer. „Der Exportanteil in den Unternehmen beträgt im Durchschnitt 43,3 Prozent.

Weit über 50 % unserer Betriebe berichten von gestiegenen Exporten im vergangenen Halbjahr. Im Gegenzug dazu bekamen wir von weniger als 7 % unserer Betriebe die Rückmeldung, dass sich dort die Exportquote verringert habe.

Im Ausblick auf die kommenden Monate hingegen wird deutlich, dass bei den Unternehmen eher von einer Stabilisierung der Exportquoten ausgegangen wird. Es gehen aber 38,9 % der Mitgliedsunternehmen auch für die kommenden Monate von weiteren Anstiegen im Bereich des Exportgeschäfts aus.“

Dr. Fischer fasste zusammen: „Grundsätzlich lässt sich festhalten: die guten Exportquoten helfen unseren Betrieben aus der Krise und wirken als Wachstumsmotor für die heimische M+E Industrie.“

Dr. Dirk Hohn, Geschäftsführer des Metallarbeitgeberverbandes Mittelhessen: „Gehaltene Fachkräfte machen sich bezahlt – Betriebe stellen wieder ein“

„In den zurückgemeldeten 81 Unternehmen waren im Frühjahr 2010 22.783 Mitarbeiter beschäftigt. In den vergangenen 6 Monaten können wir hier von einem Personalaufbau in Höhe von 3,2% sprechen. Dieser positive Trend soll sich nach Aussage der befragten Unternehmen in abgeschwächter Form bis ins Frühjahr 2011 fortsetzen, sodass ein weiterer Anstieg um 1,6 % noch möglich erscheint. Man kann also davon sprechen, dass unsere Betriebe im Frühjahr 2011 den maßvollen Beschäftigungsabbau während der Krise mehr als wieder aufgefüllt haben werden“, so Dr. Hohn.

„Heute macht es sich bezahlt, dass die mittelhessischen M+E-Betriebe auch in der Krise ihre Mitarbeiter - wo immer möglich - gehalten haben. So konnten die Unternehmen mit Auftragszuwachs sukzessive die Kurzarbeit reduzieren und auf das Know-how der eingearbeiteten Mitarbeiter zurückgreifen.“

Stefan Weber, Geschäftsführer der Duktus Rohrsysteme Wetzlar GmbH:„ M+E Betriebe benötigen Energie „rund um die Uhr“ – Weitere Verteuerungen müssen vermieden werden“

„Auf die Frage nach Energienutzung und Energiekosten machen die mittelhessischen M+E Unternehmen deutlich, dass zwei zentrale Problemfelder existieren. Zum einen klagen über die Hälfte der befragten Betriebe über die stetig steigenden Energiepreise, die inzwischen gerade bei den energieintensiven Betrieben, wie eben auch Duktus, zu klaren Wettbewerbsnachteilen führt. Vor dem Hintergrund, dass wir in Deutschland eine Staatsquote von fast 40% bei Energiepreisen verkraften müssen, ist hier die Politik in der Pflicht. Weitere Verteuerungen durch Steuern und Abgaben müssen verhindert und zudem ein wachsames Auge auf das Oligopol der Energieversorger gerichtet werden.“

Weber erklärte weiter:„Über 80 % der mittelhessischen Metall- und Elektro-Unternehmen halten als zweiten Punkt die Energieversorgung „rund um die Uhr“ für notwendig. Gerade in Betrieben, in denen im 3-Schicht-System gearbeitet wird, ist es selbstverständlich unumgänglich, dass immer ausreichend Energie zur Verfügung steht, um die Produktion am Laufen zu halten. Auch wir bei Duktus sind von diesem Problem stark betroffen, da hier ein Stromausfall pro Stunde etwa 10.000 EUR kostet.“

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