„Gemäß den Zahlen des Statistischen Bundesamtes stehen dem Arbeitsmarkt im Jahr 2020 im Vergleich zu 2008 etwa 20% weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 50 zur Verfügung. Im gleichen Zeitraum werden allerdings 25% mehr Deutsche in der Altersspanne zwischen 50 und 65 leben. Wir werden also in weniger als 10 Jahren mit einer völlig veränderten Struktur an Mitarbeitern konfrontiert sein, die vor allem gezielte Veränderungen im Bereich des Wissenstransfers von Jung zu Alt und dem Gesundheitsmanagement nötig machen werden“, erläuterte Trier die Ausgangslage. Er stellte zudem dar, dass die Zeit gegen die Betriebe arbeite, da diese auch in Zukunft ihren Bedarf an Fachkräften decken müssen. Nur wenn sowohl bei den zukünftigen Auszubildenden z.B. im Bereich Berufsorientierung weiterhin Fortschritte erzielt werden, als auch geeignete Maßnahmen zur Beschäftigung älterer Mitarbeiter weiterentwickelt werden, können Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Politik gemeinsam erfolgreich sein.
Im Impulsvortrag von Frau Professor Dr. Jutta Rump, Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability in Ludwigshafen, wurden dann die Herausforderungen des demografischen Wandels für Unternehmen und Mitarbeiter noch einmal thematisiert. Auf dieser Grundlage diskutierte die Professorin dann mit Dr. Jörg Fischer, Arbeitsdirektor der Bosch Thermotechnik Wetzlar, Andreas Schaumburg, Tarifsekretär der IG Metall Bezirksleitung Frankfurt und Hans-Martin Zimmermann, Leitender Betriebsarzt im Werksarztzentrum Herborn über Chancen und Risiken der Beschäftigung Älterer. In den Statements der Podiumsteilnehmer wurde schnell deutlich, dass unsere Gesellschaft, auch wenn erste Ansätze bereits vorhanden sind, gerade erst lernt, welche Herausforderungen die Suche nach Fachkräften und das Arbeiten bis ins hohe Alter mit sich bringen. Hier sahen alle Seiten noch Entwicklungsbedarf.
Bezüglich der jüngsten Forderungen der IG Metall zu einem flexibleren und früheren Renteneintritt vertreten die Arbeitgebervertreter jedoch eine klare Meinung, wie Trier erklärte: „Die Rente mit 67 ist alternativlos. Einer stark steigenden Anzahl von Rentenempfängern steht eine sinkende Anzahl an jungen Menschen gegenüber, die in unser Rentensystem einsteigen und Beiträge zahlen. Hier war und ist die Verlagerung des Renteneintritts hin zum 67. Lebensjahr eine wirkungsvolle Lösung. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Menschen heute im Schnitt 83 Jahre alt werden und somit im Mittel 16 Jahre lang Rente erhalten.“ Der Vorsitzende wies auch darauf hin, dass jetzt die Zeit gekommen sei, um sich endgültig von der Frühverrentungskultur der vergangenen Jahre zu verabschieden.