Inzwischen habe Hessens größte Industrie seit dem Tiefstand im vergangenen Mai landesweit wieder 4.500 Stammarbeitsplätze aufgebaut. Ungefähr 9.000 Zeitarbeitnehmern gebe sie Arbeit und derzeit rund 20 Prozent von ihnen die Aussicht auf eine Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis – mit steigender Tendenz.
„Wenn Aufträge von der Stammbelegschaft nicht abgearbeitet werden können, aber noch nicht klar ist, ob sich dieser Zuwachs stabilisiere, stehen unsere Unternehmen vor der Entscheidung, sie nicht anzunehmen oder mit Zeitarbeit abzuarbeiten. Deshalb haben unsere 120 mittelhessischen Mitgliedsunternehmen keinerlei Verständnis für irreführende Kampagnen der IG Metall, die sie dafür an den Pranger stellen“, erklärte Hohn die Stimmung bei den Arbeitgebern. Empört seien die Unternehmer über die pauschale Behauptung einiger IG-Metall-Betriebsräte, wonach der Beschäftigungs-aufbau vorwiegend sogenannte prekäre Arbeitsverhältnisse schaffe. „Das Gegenteil ist richtig. Die Vorwürfe der IG Metall sind allesamt nicht nur falsch, sondern auch unseriös“, so Hohn weiter. Das sei umso bedauerlicher, als es in der Krise gelungen sei, pragmatisch und in gegenseitigem Respekt die anstehenden großen Probleme schnell und zügig zu bewältigen. Was man in diesen Tagen lesen, hören und sehen müsse klinge nach der überwunden geglaubten „Protest-IG-Metall“, die im letzten Jahrhundert scharenweise Unternehmen aus der Bindung an den Flächentarifvertrag getrieben und Neueintritte verhindert habe.
Unbefristete Vollzeitbeschäftigung sei in Hessens M+E-Industrie der Normalfall. Der Anteil von Zeitarbeit oder Befristungen liege bei 4,5 Prozent. „Wer für Zeitarbeit gleiche Bezahlung vom ersten Tag an fordert, macht einem unverzichtbaren Flexibilisierungsinstrument den Garaus, treibt Beschäftigung aus dem Land und betoniert gering Qualifizierte in der Langzeitarbeitslosigkeit ein“, so Hohn weiter.