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„6,5 Prozent sind für uns nicht nachvollziehbar“ Kein Nachholbedarf – Einkommen seit 2008 um 9 Prozent gestiegen – Arbeitsplätze krisensicherer machen

Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser zur Tarifrunde 2012

07.02.2012
martin-kannegiesser-gesamtmetall100.jpgBerlin. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat die Forderungsempfehlung der IG Metall nach einer Tariferhöhung von bis zu 6,5 Prozent kritisiert. „In dieser Höhe ist die Forderung für uns nicht nachvollziehbar“, erklärte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser am Dienstag. „Die Gewerkschaft kann maximal 3 Prozent mit wirtschaftlichen Kennziffern begründen. Für die restlichen 3,5 Prozent gibt es keine belastbare Grundlage.“
Die Entgeltpolitik dürfe sich nicht am kurzfristigen Auf und Ab der Konjunktur orientieren, sondern müsse einer für beide Seiten verlässlichen und langfristig tragbaren Linie folgen, forderte Kannegiesser.
„Die Metall- und Elektro-Industrie hat ihre Mitarbeiter immer fair bedient – nicht nur in der Krise, sondern auch im Aufholprozess danach“, so Kannegiesser weiter. Die Tabellenentgelte wurden 2008 um 1,7 Prozent, 2009 um 4,2 Prozent und 2011 um 2,7 Prozent erhöht – tarifliche Einmalzahlungen von mehr als 1.000 Euro sowie freiwillige betriebliche Prämien und Bonuszahlungen kommen noch hinzu.
Während die M+E-Produktion erst im Herbst 2011 wieder das Vorkrisenniveau von 2008 erreicht habe, seien die Tabellenentgelte seither um rund 9 Prozent gestiegen – bei einer gleichzeitigen Zunahme der Verbraucherpreise nur um 6,5 Prozent. „Die M+E-Mitarbeiter haben also ein spürbares reales Plus in der Tasche“, erklärte Kannegiesser. „Das ist, zusammen mit der Sicherung von mehr als 800.000 Arbeitsplätzen während der Krise, ein Erfolg, den man nicht kleinreden sollte.“
In unsicheren Zeiten mit hoher Volatilität sei es Aufgabe der Tarifparteien, Betriebe und Arbeitsplätze zukunftsfester zu machen und gegen neue Krisen zu wappnen. Die bestehende Flexibilität der Unternehmen dürfe deshalb nicht eingeschränkt, sondern müsse eher noch ausgebaut werden. „Mit einer Begrenzung der Zeitarbeit und einer unbefristeten Übernahmepflicht für alle Auszubildenden würden wir der M+E-Industrie einen Bärendienst erweisen“, mahnte Kannegiesser. „Dann würden die Betriebe weniger beweglich, Arbeitsplätze weniger sicher und Ausbildungschancen für Schwächere geringer. Das ist das Gegenteil dessen, was wir brauchen.“

Die Metall- und Elektro-Industrie beschäftigt derzeit mehr als 3,6 Millionen Mitarbeiter. Der Durchschnittsverdienst betrug im vergangenen Jahr rund 48.000 Euro. Für das laufende Jahr erwartet Gesamtmetall eine deutliche Abschwächung des Produktionswachstums auf höchstens 4 Prozent, nach 13 Prozent in 2011.


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